VDE-AR-N 4101

Technik in Bestnorm

Bindende Regeln für neu errichtete Zähleranlagen

Was muss in der modernen Technikzentrale berücksichtigt werden? Seit September 2015 ist die VDE-AR-N 4101 in Kraft – sie ist für alle neu errichteten Zähleranlagen bindend. Die Anwendungsregel definiert die technischen Mindestanforderungen für Zählerplätze in elektrischen Anlagen von Wohngebäuden mit direkter Messung und Betriebsströmen bis maximal 63 A. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Inhalte.

01
Zählerfeld (ZF)

Das Zählerfeld ist 450 mm hoch. 300 mm stehen für die Aufnahme der Messeinrichtung (eHZ) zur Verfügung. Der Raum für Zusatzanwendungen ist 150 mm hoch (02). Auf einem BKE-I Zählerfeld von Hager lassen sich zwei elektronische Haushaltszähler nebeneinander anschließen. Wegen der modernen Stecktechnik können sie jederzeit ohne Spannungsunterbrechung gewechselt werden.

02
Raum für Zusatzanwendungen

Der RfZ-Raum ist 150 mm hoch. Auf seinen 12 Teilungseinheiten pro Zählerplatz können alle erforderlichen Betriebsmittel des Netz- oder Messstellenbetreibers untergebracht werden - wie z. B. Smart Meter Gateways (SMG), Steuergeräte für Fernabschaltungen, Sicherungsbox, berührungssichere RJ45-Buchse sowie Tarifmanagement-Geräte. Auch die OKK (opto-elektrische Schnittstelle) beim BKE-I Zählerplatz endet im RfZ und wird dort gepatcht. Die OKK ist für die Kommunikation zwischen eHZ und SMG zuständig. Der RfZ darf nicht als Stromkreisverteiler oder für kundeneigene Schaltgeräte genutzt werden.

03
Oberer Anschlussraum (OAR)

Der obere Anschlussraum (zukünftig „Anlagenseitiger Anschlussraum“ AAR) muss 300 mm hoch sein und darf ebenfalls nicht als Stromkreisverteiler genutzt werden. Er bietet Raum für unterschiedliche Betriebsmittel, wie z. B.:

  • Hauptleitungsabzweigklemmen (HLAK) oder Hauptschalter
  • Geräte des Netzbetreibers, z. B. Koppelrelais
  • HAN-Schnittstelle zur Datenübertragung in die Kundenanlage
  • FI-/LS-Schutzeinrichtungen, z. B. für Kellerbeleuchtung, Waschmaschine oder Wäschetrockner. Erlaubt ist die Absicherung von drei Wechselstromkreisen pro Kunde (max. 6 Platzeinheiten) mit höchstens 16 A/10 kA.

04
Unterer Anschlussraum (UAR)

Der untere Anschlussraum (zukünftig „Netzseitiger Anschlussraum“ NAR) hat eine festgelegte Höhe von 300 mm. Er muss mit einem 5-poligen Sammelschienensystem ausgestattet sein, Hutschienen sind nicht erlaubt. Hier wird der selektive Haupt-Leitungsschutzschalter (SLS oder SH-Schalter) nach DIN VDE 0641-21 installiert. Er dient als zentrale Trennvorrichtung für die gesamte Anlage sowie als Vorsicherung für Zähl-, Mess- und Steuereinrichtungen. Der SLS muss laienbedienbar, sperr- und plombierbar sein. Im UAR werden außerdem Spannungsabgriffe für Zusatzgeräte vorgenommen. Als Absicherung können Sicherungsboxen oder LS-Schalter eingesetzt werden. Für alle Varianten bieten wir spezielle Bestückungspakete inkl. Sicherung und spannungsfesten Leitungen 6 kV an.

05
Abschlusspunkt Zählerplatz (APZ)

Ist im Haus ein Übergabepunkt für den Telefonanschluss (APL) vorhanden, muss als Schnittstelle zum Zählerplatz ein plombierbarer Abschlusspunkt im Zählerschrank eingerichtet werden. Dort kann z. B. ein Router des Messstellenbetreibers mit Spannungsversorgung (230 V) integriert werden. Zur Datenübermittlung zwischen eHZ, APZ und APL legen Sie Netzwerkkabel: mindestens Cat. 5, besser
Cat. 7. Die Netzwerkleitungen müssen über schutzisolierte RJ45-Buchsen miteinander verbunden werden – eine im RfZ, eine im APZ.
Vorkonfigurierte APZ-Varianten, die auf Ihre regionalen TAB zugeschnitten sind, finden Sie in unseren Zählerplatzlisten sowie in unserer
Planungssoftware ZPlan.

VDE-AR-N 4101
Weitere Informationen

Hager-Tipp 32
Die neue VDE-AR-N 4101:2015-09 (17DE0001)
PDF, 4,8 MB

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