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Überspannungsschutz

Neue Normen – neue Geräte

Unsere neuen Kombiableiter erfüllen sämtliche gesetzliche Anforderungen. Dafür ist nur ein einziges Gerät pro Zählerschrank nötig.

Umfassender Überspannungsschutz in nur einem Gerät

Der Gesetzgeber hat im Oktober 2016 die Vorschriften zum Überspannungsschutz in Neubauten verschärft. Aufgrund der strengeren Normen haben wir neue Überspannung-Schutzeinrichtungen (SPD – Surge Protection Device) entwickelt. Konstruiert sind sie als Kombiableiter – sie decken sämtliche Anforderungen des dreistufigen Blitzschutzkonzeptes ab.

Für jeden Anwendungsfall das geeignete Gerät

In der Regel reicht ein SPD pro Zählerschrank aus, um die überarbeiteten Vorschriften zu erfüllen. Der wartungsfreie Kombiableiter wird im unteren Anschlussraum auf das 40-mm-Sammelschienensystem aufgerastet. Alle Wohneinheiten, beispielsweise in einem Mehrfamilienhaus, können Sie also mit einem Zählerschrank absichern.

Der neue Kombiableiter von Hager erfüllt sämtliche Anforderungen des dreistufigen Blitz- und Überspannungsschutzkonzeptes (Typ 1, Typ 2 und Typ 3). Egal, ob Blitzstromableiter, Überspannungsschutz und Endgeräteschutz – mit nur einem Gerät wird umfassende Sicherheit geboten!

Um jeder Anwendungssituation Rechnung zu tragen, haben wir vier Gerätevarianten entwickelt (Bestellnummern SPA300Z, SPA301Z, SPA400Z und SPA401Z).

Einspeisung Netzform Kombiableiter
Erdeinspeisung
  • TNC
  • TNS/ TT
  • SPA300Z
  • SPA301Z
Freileitungseinspeisung
  • TNC
  • TNS/ TT
  • SPA300Z
  • SPA301Z
Erdeinspeisung mit äußerem Blitzschutz
  • TNC
  • TNS/ TT
  • SPA400Z
  • SPA401Z
Freileitungseinspeisung mit äußerem Blitzschutz
  • TNC
  • TNS/ TT
  • SPA400Z
  • SPA401Z

Rundum-Schutz für die Technikzentrale

Überspannungsableiter für Sat-AnlagenSPK300K

Auch Kommunikations- und Datenleitungen können vor Überspannung geschützt werden. Eine Reihe von Geräten ergänzt den neuen Kombiableiter von Hager und sorgt für Rundum-Sicherheit in der Technikzentrale. Die SPD-Modulargeräte für den Überspannungs- und Endgeräteschutz (Typ 2 und Typ 3) sind speziell entwickelt für:

  • Sat-Anlagen
  • Sensoren und Wetterstationen
  • DSL-/ADSL-Anlagen
  • Bussysteme mit Schraubklemmenverbindungen sowie
  • Datennetzwerke und Bussysteme mit RJ45-Verbindungen

Die kompakten Hutschienen-Module werden Blitzstrom- und Kombiableitern nachgeschaltet und so nah wie möglich an den Endgeräten bzw. Netzen installiert.

Auf einen Blick: Schutzkonzept und Normen

Das dreistufige Schutzkonzept

Die Schutzeinrichtungen beim Blitzstrom- und Überspannungsschutz werden in drei Kategorien eingeteilt:

Typ 1

Der Typ-1-Ableiter leitet den Energieinhalt eines Blitzes ab und reduziert die verbleibende Restspannung auf Werte, die nicht oberhalb eines Bereichs von 1300 V bis 6000 V liegen

Typ 2

Der Typ-2-Ableiter begrenzt die verbleibende Überspannung auf Werte, die nicht oberhalb eines Bereichs von 600 bis 2000 V liegen. Die von ihm abzufangende Überspannung darf 4000 V nicht überschreiten.

Typ 3

Der Typ-3-Ableiter, minimiert die verbleibende Überspannung auf einen für Endgeräte verkraftbaren Wert, der unter 1.500 V liegen soll

Neufassung der DIN VDE 0100-443

Einige Bestandteile der DIN VDE 0100-443 sind bereits seit längerer Zeit gültig (Punkte 1. bis 3.), andere wurden im Rahmen der Novellierung im Oktober 2016 neu aufgenommen (Punkte 4. bis 6.). Die Norm verlangt Überspannungsschutz, wenn transiente Überspannungen sich auswirken auf:

  • Menschenleben, z. B. in Krankenhäusern und Anlagen zu Sicherheitszwecken
  • öffentliche Einrichtungen und Kulturbesitz, z. B. in Gebäuden des öffentlichen Dienstes, Telekommunikationszentren oder Museen
  • Gewerbe- und Industrieaktivitäten, z. B. in Hotels, Banken, Industriebetrieben, im Handel oder auf Bauernhöfen
  • große Menschenansammlungen, z. B. in großen (Wohn-)Gebäuden, Büros, Schulen und Kirchen
  • Einzelpersonen, z. B. in Wohngebäuden und kleinen Büros, wenn dort Betriebsmittel der Überspannungskategorie I oder II
    (z. B. Haushaltsgeräte, Werkzeuge oder auch IT-Systeme) errichtet werden
  • Gebäude, die mit der Klassifizierung „feuergefährlich“ nach DIN VDE 0100-420 eingestuft werden, z. B. in Scheunen oder Werkstätten für Holzbearbeitung

Die Norm befasst sich mit weitaus mehr als nur mit dem Schutz vor Überspannungen infolge von Blitzeinschlägen. Sie enthält auch Passagen zu Schaltüberspannungen. Wenn Betriebsmittel Schaltüberspannungen erzeugen können, die über der Überspannungskategorie der Anlage liegen, sollten Überspannungs-Schutzeinrichtungen zum Einsatz kommen. Beispiele sind Generatoreinspeisungen in der Niederspannungsanlage, das Schalten großer induktiver Lasten (Motoren, Transformatoren), das Schalten großer kapazitiver Lasten (Kondensatorbänke, Speichereinheiten) und das Schalten hoher Lastströme.

Novellierung der DIN VDE 0100-534

Die DIN VDE 0100-534 beschreibt, welche Überspannungs-Schutzeinrichtungen (SPD) wie zu installieren sind.
Folgende Änderungen in der Neufassung im Oktober 2016 in Kraft getreten:

  • Bei Gebäuden mit einem externen Blitzschutzsystem ist ein SPD vom Typ 1 Pflicht. Ist kein Blitzschutzsystem vorhanden, und die Einspeisung in das Gebäude erfolgt über eine Niederspannungsfreileitung, ist ebenfalls ein SPD vom Typ 1 verbindlich vorgeschrieben (in Einklang mit VDE 0185-305-1).
  • In Gebäuden mit Erdeinspeisung muss ein SPD vom Typ 2 so nah wie möglich am Einspeisepunkt der elektrischen Anlage installiert werden.
  • Zum Schutz von empfindlichen Betriebsmitteln oder weiteren Netzen (z. B. Telefon- und Datenleitungen) können zusätzliche SPDs vom Typ 2 oder Typ 3 notwendig sein.
  • Die Leitungslänge zwischen einem SPD und dem zu schützenden Gerät darf maximal 10 Meter betragen.

Weitere Informationen

Hager-Tipp 41
Überspannungsschutz (16DE0332)
PDF, 819 KB