Brandschutzschalter

AFDD

Neue Geräte für noch mehr Schutz

Mit 21 neuen Geräten erweitert Hager sein Sortiment der Brandschutzschalter. Jetzt gibt es noch mehr Möglichkeiten, die Feuergefahr, die von einem Fehlerlichtbogen ausgeht, zu vermeiden. Die neuen AFDD-Schalter überzeugen durch neue Stromstärken, ein Abschaltvermögen bis zu 10 kA und eine erweiterte Auslösecharakteristik.

24 Geräte stehen zur Wahl
Vorbeugender Brandschutz durch AFDD-Schalter

in bestimmten Endstromkreisen sind Brandschutzschalter laut DIN VDE 0100-420 vorgeschrieben. Hager hat jetzt die Anzahl der Geräte, die zum Einsatz kommen können, von drei auf insgesamt 24 erhöht.

Alle 24 Brandschutzschalter (AFDD) von Hager im Überblick

Abschalt-vermögen Auslöse-charakteristik Nennstrom
6 A

10 A

13 A

16 A

20 A

25 A
6 kA B ARC906D ARC910D ARC913D ARC916D ARC920D ARC925D
  C ARC956D ARC 960D ARC963D ARC966D ARC970D ARC975D
10 kA B ARC506D ARC 510D ARC513D ARC516D ARC520D ARC525D
  C ARC556D ARC 560D ARC563D ARC566D ARC570D ARC575D

Neue AFDD-Generation
Nennabschaltvermögen bis zu 10 kA

Die neuen Brandschutzschalter von Hager erweitern die Einsatzmöglichkeiten. Bislang standen nur Geräte mit einem Abschaltvermögen von 6 kA zur Verfügung. Zusätzlich gibt es neue AFDD-Schalter mit einem Abschaltvermögen von 10 kA. Sie können z. B. auch im oberen Anschlussraum der Technikzentrale zum Einsatz kommen. Oder allgemein formuliert: Ihr Einsatzort ist überall dort, wo wegen höherer Einspeiseleistung auch ein höheres Abschaltvermögen gefragt ist.

Neue Auslösecharakteristik
Neben B- jetzt auch C-Charakteristik verfügbar

Ebenfalls neu im Brandschutzschalter-Sortiment von Hager sind Geräte mit C-Auslösecharakteristik. Sie reagieren „träger“ als solche mit B-Auslösecharakteristik. Bevorzugter Einsatzort sind Stromkreise mit größeren Lampengruppen und Gewerbebetriebe, in denen Maschinen mit hohen Einschaltströmen zum Einsatz kommen. Die Schalter mit C-Auslösecharakteristik tolerieren diese Einschaltströme und gewährleisten, dass diese Stromkreise nicht abgeschaltet werden.

Stecktechnik für Schalter mit 6 kA
Schraubtechnik bei größerem Abschaltvermögen

Alle Brandschutzschalter von Hager mit einem Abschaltvermögen von 6 kA sind mit der bewährten quickconnect Stecktechnik ausgestattet. Die AFDD-Schalter mit einem Abschaltvermögen von 10 kA werden mit der im Zweckbau üblicheren Schraubtechnik angeschlossen. Bitte beachten Sie, dass die Schraubanschlüsse – im Gegensatz zur Stecktechnik – nicht wartungsfrei sind und regelmäßig überprüft werden müssen.

Die AFDD-Schalter schützen zuverlässig
Der Stromkreis wird per Mikroprozessor überwacht

Die Brandschutzschalter von Hager bieten zuverlässigen Schutz vor seriellen und parallelen Fehlerlichtbögen. Dafür sorgt ein Mikroprozessor, der kontinuierlich 120 Strom- und Spannungsparameter überwacht. Erkennt er charakteristische Strom- und Spannungsverläufe ab 2,5 A, die auf einen Fehlerlichtbogen hindeuten, schaltet er den Stromkreis ab.

VDE-Norm zum AFDD
Keine gesetzliche Vorschrift – dennoch sinnvoll

Der Einsatz von Brandschutzschaltern in bestimmten Endstromkreisen ist in der DIN VDE 0100-420 geregelt. Um eine gesetzliche Vorschrift handelt es sich wie bei den meisten DIN VDE Normen nicht. Dennoch empfiehlt es sich, die Vorgaben zu erfüllen: Warum? Elektrofachkräfte, die die Bestimmungen des VDE einhalten, folgen laut Energiewirtschaftsgesetz den anerkannten Regeln der Technik. Bei Haftungsfragen ist das ein wichtiges Argument.

Die konkreten Vorgaben der DIN VDE 0100-420

Die Norm DIN VDE 0100-420:2016-02 schreibt in Endstromkreisen von einphasigen Wechselspannungssystemen mit Betriebsströmen bis 16 A den Einsatz von Brandschutzschaltern verbindlich vor – in bestimmten Einrichtungen, sowohl im Wohn- als auch im Zweckbau. Sie gilt für Neuanlagen und bei Erweiterung oder Änderung von Elektroinstallationen. Solange sich die Betriebs- und/oder Nutzungsbedingungen nicht ändern, wird eine Anpassung bestehender Anlagen nicht verlangt.

Mehr über Brandschutzschalter und deren Einsatzgebiete finden Sie im Hager Tipp Nr. 40 .

Wo muss ein Brandschutzschalter zwingend zum Einsatz kommen?

In 1-phasigen Endstromkreisen ≤ 16 A (AC) nach VDE 0100-420:2016-02:

Gebäudetyp / Ort Beispiele / Bereiche Hinweise
Schlaf- und Aufenthaltsräume von Heimen und Tageseinrichtungen
  • Kindertagesstätten
  • Seniorenheime
  • Barrierefreie Wohnungen nach DIN 18040-2
Wenn Hotelzimmer barrierefrei ausgeführt sind, müssen deren Stromkreise mit AFDDs gesichert werden
Räume / Orte mit erhöhtem Feuerrisiko durch verarbeitete oder gelagerte Materialien
  • Papierfabriken
  • Druckereien
  • Schreinereien
  • Sägewerke
  • Scheunen usw.
 
Räume / Orte aus überwiegend brennbaren Baustoffen
  • Holzhäuser
  • Fertighäuser (in Holzständerbauweise)
Stromkreise in Stein- und Betonkellern müssen nicht mit Brandschutzschaltern ausgestatten werden
Räume / Orte mit unersetzbaren Gütern
  • Museen
  • Galerien
  • Laboratorien
  • Rechenzentren
  • Baudenkmäler (sofern in Denkmallisten geführt)
  • Öffentliche Gebäude z. B. Archive im Katasteramt, Standesamt usw.
Nur die Stromkreise der Räume mit unersetzbaren Gütern und Gütern von hohem Wert müssen mit AFDD gesichert werden
Gebäude / Räume mit Gütern von hohem Wert
  • Bahnhöfe
  • Flughäfen usw.
Nur die Stromkreise der Räume mit unersetzbaren Gütern und Gütern von hohem Wert müssen mit AFDD gesichert werden

Wo wird der Einsatz eines Brandschutzschalters empfohlen?

In 1-phasigen Endstromkreisen ≤ 16 A (AC):

Gebäudetyp / Ort Beispiele / Bereiche
Räume mit Schlafgelegenheiten
  • Alle Gebäude
Räume / Orte mit Feuer verbreitenden Strukturen
  • Lange Korridore
  • Kamineffekt bei Hochhäusern
  • Anlagentechnische Einrichtungen wie Zwangsbelüftung
Steckdosenkreise von Verbrauchsgeräten mit hoher Anschlussleistung
  • Waschmaschinen
  • Trockner
  • Geschirrspüler usw.

In welchen Fällen besteht keine Brandschutzschalter-Pflicht?

Gebäudetyp / Ort Beispiele / Bereiche
Medizinisch genutzte Räume
  • Krankenhäuser
  • Arzt- und Zahnarztpraxen
  • Behandlungszimmer in Senioren- und Pflegeheimen
Nicht unterbrochene Leitungsführungen mit zusätzlichem Schutz vor mechanischer Beschädigung
  • Alle Kabel / Leitungen, die Gebäude / Räume im Anwendungsbereich der Norm durchqueren
Anlagen, bei denen eine Unterbrechung der Stromversorgung größere Gefahren / Schäden verursachen würde
  • Elektrische Anlagen für Sicherheitszwecke, z. B. Sicherheitsbeleuchtung

Typische Ursachen
für Fehlerlichtbögen

Hier kann’s brandgefährlich werden

Fehlerlicht- oder Störlichtbögen entstehen durch einen ungewollten Spannungsüberschlag. Die elektrische Energie des Fehlerlichtbogens führt zur Erwärmung der Störstelle. Ab einer Energiemenge von 450 Joule können sich PVC-Kabel entzünden. Es entwickelt sich ein Brand, der sich schlimmstenfalls auf das ganze Gebäude ausbreitet.

Ursachen:

  • Geknickte oder gebrochene Gerätekabel
  • Zu stark gebogene Gerätekabel
  • Beschädigte Kabel in der Wand (durch Bohrmaschine oder Nägel)
  • Schlechte Kontaktierung in der Steckdose
  • Fehlerhafte Isolierung
  • Lose Klemmstellen
  • Von Kleintieren angebissene oder angenagte Gerätekabel

Praktische Hinweise
für Ihre tägliche Arbeit

Isolationsprüfung nach DIN EN 61439

Die Prüfspannung wird an den Einspeiseklemmen der NS-Schaltergerätekombination angelegt. Bei Prüfspannungen:

  • ≤ 500 V muss der AFDD ausgeschaltet sein (DIN EN 61439-3)
  • > 500 V muss der AFDD abgeklemmt werden (DIN EN 61439-2)

Isolationsprüfung beim E-Check

Ist es aus praktischen Gründen nicht sinnvoll, elektrische Betriebsmittel abzuklemmen, kann die Messgleichspannung für den Stromkreis auf 250 V herabgesetzt werden. Der Isolationswiderstand muss aber mindestens 1MΩ betragen (gemäß DIN VDE 0100-600).

Schleifenimpedanz-Messung

Wird eine Schleifenimpedanz-Messung nach DIN VDE 0100-600 an einem Abgangsstromkreis mit AFDD durchgeführt, darf der hervorgerufene Differenzstrom 300 mA nicht überschreiten.

Selbsttest ersetzt die Funktionsprüfung

Im Gegensatz zum FI-Schalter ist bei unserem neuen Brandschutzschalter keine Funktionsprüfung nötig. Der integrierte Mikroprozessor führt in regelmäßigen Abständen einen Selbsttest durch – wie in der Produktnorm vorgesehen.

Einspeisung unten, Abgang oben

Damit Sie noch leichter installieren, haben wir die neue AFDD Generation verbessert: Die Einspeisung erfolgt beim Brandschutzschalter unten, der Abgang befindet sich oben – so wie allgemein üblich. Dank der bewährten quickconnect Technik entfällt das aufwändige Schrauben und Sie erledigen Ihre Arbeit in kürzerer Zeit.

Bei der neuen Brandschutzschalter-Generation erfolgt die Einspeisung unten und der Abgang oben.

Phasenschienen erleichtern die Installation

Mit den neuen Phasenschienen können Sie auf einfachste Weise mehrere Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen nebeneinanderschalten. Die 12-Module-Varianten erlauben die Kombination FI-Schalter 4-polig plus vier AFDDs oder bis zu sechs AFDDs. Auch eine 58-Module-Variante steht zur Verfügung.

Der verbesserte Brandschutzschalter von Hager
Brandschutzschalter AFDD
Phasenschiene KDN451D mit 12 Modulen für Gruppen-FI, 4-polig, plus vier Brandschutzschalter
Kombination FI-Schalter 4-polig plus vier Brandschutzschalter
Phasenschiene KDN450D mit 12 Modulen für sechs Endstromkreisen mit sechs Brandschutzschaltern
Kombination aus sechs AFDDs

Anbauzubehör

Brandschutzschalter AFDD mit Hilfsschalter MZ201

Der neue AFDD unterstützt Hilfsschalter und Auslöser aus dem LS- bzw. FI/LS-Programm:

  • MZ201, Hilfsschalter 1S+1Ö
  • MZ202, Signalkontakt 1S+1Ö
  • MZ203, Arbeitsstromauslöser 230–415 V AC

Hilfsschalter im Produktkatalog

Brandschutzschalter AFDD
Weitere Informationen

News 01/2018
Neuheiten der Hager Vertriebsgesellschaft (17DE0300)
PDF 10,2 MB
Hager-Tipp 40
AFDD Brandschutzschalter (18DE0050)
PDF, 1015 KB

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