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Brandschutzschalter AFDD


Schutz vor Fehlerlichtbögen

Seit Februar 2016 ist die Installationsnorm DIN VDE 0100-420 in Kraft. Sie schreibt bei der Errichtung von Niederspannungsanlagen verbindliche Maßnahmen gegen Fehlerlichtbögen vor – und gegen die damit verbundene Brandgefahr. Eine Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtung (Arc Fault Detection Device, kurz: AFDD) ist Pflicht – die Übergangsfrist der Norm endet am 18. Dezember 2017.

Verbesserte Installation
mehr Kombinationsmöglichkeiten

Einspeisung unten, Abgang oben

Damit Sie noch leichter installieren, haben wir die neue AFDD Generation verbessert: Die Einspeisung erfolgt beim Brandschutzschalter unten, der Abgang befindet sich oben – so wie allgemein üblich. Dank der bewährten quickconnect Technik entfällt das aufwändige Schrauben und Sie erledigen Ihre Arbeit in kürzerer Zeit.

Bei der neuen Brandschutzschalter-Generation erfolgt die Einspeisung unten und der Abgang oben.

Phasenschienen erleichtern die Installation

Mit den neuen Phasenschienen können Sie auf einfachste Weise mehrere Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen nebeneinanderschalten. Die 12-Module-Varianten erlauben die Kombination FI-Schalter 4-polig plus vier AFDDs oder bis zu sechs AFDDs. Auch eine 58-Module-Variante steht zur Verfügung.

Der verbesserte Brandschutzschalter von Hager
Brandschutzschalter AFDD
Phasenschiene KDN451D mit 12 Modulen für Gruppen-FI, 4-polig, plus vier Brandschutzschalter
Kombination FI-Schalter 4-polig plus vier Brandschutzschalter
Phasenschiene KDN450D mit 12 Modulen für sechs Endstromkreisen mit sechs Brandschutzschaltern
Kombination aus sechs AFDDs

Jetzt auch mit Anbauzubehör

Brandschutzschalter AFDD mit Hilfsschalter MZ201

Der neue AFDD unterstützt Hilfsschalter und Auslöser aus dem LS- bzw. FI/LS-Programm:

  • MZ201, Hilfsschalter 1S+1Ö
  • MZ202, Signalkontakt 1S+1Ö
  • MZ203, Arbeitsstromauslöser 230–415 V AC

Hilfsschalter im Produktkatalog

Typische Ursachen
für Fehlerlichtbögen

Hier kann’s brandgefährlich werden

Fehlerlicht- oder Störlichtbögen entstehen durch einen ungewollten Spannungsüberschlag. Die elektrische Energie des Fehlerlichtbogens führt zur Erwärmung der Störstelle. Ab einer Energiemenge von 450 Joule können sich PVC-Kabel entzünden. Es entwickelt sich ein Brand, der sich schlimmstenfalls auf das ganze Gebäude ausbreitet.

Ursachen für Fehler- oder Störlichtbögen: Kabelknicke oder -brüche, Kabelverschleiß, Leitungsschaden

Ursachen:

  • Geknickte oder gebrochene Gerätekabel
  • Zu stark gebogene Gerätekabel
  • Beschädigte Kabel in der Wand (durch Bohrmaschine oder Nägel)
  • Schlechte Kontaktierung in der Steckdose
  • Fehlerhafte Isolierung
  • Lose Klemmstellen
  • Von Kleintieren angebissene oder angenagte Gerätekabel

Funktionsweise
unseres Brandschutzschalters

Umfangreiche Überwachung dank Mikroprozessor-Technik

Der neue AFDD von Hager bietet zuverlässigen Schutz vor seriellen und parallelen Fehlerlichtbögen. Dafür sorgt ein Mikroprozessor, der kontinuierlich 120 Strom- und Spannungsparameter überwacht. Erkennt er charakteristische Strom- und Spannungsverläufe ab 2,5 A, die auf einen Fehlerlichtbogen hindeuten, schaltet er den Stromkreis ab. Weil er elektronisch auslöst, reagiert der Brandschutzschalter schneller und er arbeitet auch genauer.

Zwei zusätzliche Funktionen werden elektronisch gesteuert. Erstens erkennt die Differenzstrom-Messung Fehlerströme von I∆n = 300mA zwischen L und PE und ist daher vor allem für Stromkreise ohne FI-Schalter geeignet. Achtung: Eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung kann sie allerdings nicht ersetzen! Zweitens: die integrierte Überspannungsschutzfunktion, die bei Spannungen über 275 V abschaltet. Auch hier gilt: Ein gleichwertiger Ersatz für eine Überspannungs-Schutzeinrichtung ist das nicht.

Der Brandschutzschalter von Hager bewahrt vor seriellen und parallelen Fehlerlichtbögen

Einsatz der
Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtung

Die konkreten Vorgaben der DIN VDE 0100-420

Die Norm DIN VDE 0100-420:2016-02 schreibt in Endstromkreisen von einphasigen Wechselspannungssystemen mit Betriebsströmen bis 16 A den Einsatz von Brandschutzschaltern verbindlich vor – in bestimmten Einrichtungen, sowohl im Wohn- als auch im Zweckbau. Sie gilt für Neuanlagen und bei Erweiterung oder Änderung von Elektroinstallationen. Solange sich die Betriebs- und/oder Nutzungsbedingungen nicht ändern, wird eine Anpassung bestehender Anlagen nicht verlangt.

Wo muss ein Brandschutzschalter zwingend zum Einsatz kommen?

In 1-phasigen Endstromkreisen =< 16 A (AC) nach VDE 0100-420:2016-02:

Gebäudetyp / Ort Beispiele / Bereiche Hinweise
Schlaf- und Aufenthaltsräume von Heimen und Tageseinrichtungen
  • Kindertagesstätten
  • Seniorenheime
  • Barrierefreie Wohnungen nach DIN 18040-2
Wenn Hotelzimmer barrierefrei ausgeführt sind, müssen deren Stromkreise mit AFDDs gesichert werden
Räume / Orte mit erhöhtem Feuerrisiko durch verarbeitete oder gelagerte Materialien
  • Papierfabriken
  • Druckereien
  • Schreinereien
  • Sägewerke
  • Scheunen usw.
 
Räume / Orte aus überwiegend brennbaren Baustoffen
  • Holzhäuser
  • Fertighäuser (in Holzständerbauweise)
Stromkreise in Stein- und Betonkellern müssen nicht mit Brandschutzschaltern ausgestatten werden
Räume / Orte mit unersetzbaren Gütern
  • Museen
  • Galerien
  • Laboratorien
  • Rechenzentren
  • Baudenkmäler (sofern in Denkmallisten geführt)
  • Öffentliche Gebäude z. B. Archive im Katasteramt, Standesamt usw.
Nur die Stromkreise der Räume mit unersetzbaren Gütern und Gütern von hohem Wert müssen mit AFDD gesichert werden
Gebäude / Räume mit Gütern von hohem Wert
  • Bahnhöfe
  • Flughäfen usw.
Nur die Stromkreise der Räume mit unersetzbaren Gütern und Gütern von hohem Wert müssen mit AFDD gesichert werden

Wo wird der Einsatz eines Brandschutzschalters empfohlen?

In 1-phasigen Endstromkreisen =< 16 A (AC):

Gebäudetyp / Ort Beispiele / Bereiche
Räume mit Schlafgelegenheiten
  • Alle Gebäude
Räume / Orte mit Feuer verbreitenden Strukturen
  • Lange Korridore
  • Kamineffekt bei Hochhäusern
  • Anlagentechnische Einrichtungen wie Zwangsbelüftung
Steckdosenkreise von Verbrauchsgeräten mit hoher Anschlussleistung
  • Waschmaschinen
  • Trockner
  • Geschirrspüler usw.

In welchen Fällen besteht keine Brandschutzschalter-Pflicht?

Gebäudetyp / Ort Beispiele / Bereiche
Medizinisch genutzte Räume
  • Krankenhäuser
  • Arzt- und Zahnarztpraxen
  • Behandlungszimmer in Senioren- und Pflegeheimen
Nicht unterbrochene Leitungsführungen mit zusätzlichem Schutz vor mechanischer Beschädigung
  • Alle Kabel / Leitungen, die Gebäude / Räume im Anwendungsbereich der Norm durchqueren
Anlagen, bei denen eine Unterbrechung der Stromversorgung größere Gefahren / Schäden verursachen würde
  • Elektrische Anlagen für Sicherheitszwecke, z. B. Sicherheitsbeleuchtung

Praktische Hinweise
für Ihre tägliche Arbeit

Isolationsprüfung nach DIN EN 61439

Die Prüfspannung wird an den Einspeiseklemmen der NS-Schaltergerätekombination angelegt. Bei Prüfspannungen:

  • =< 500 V muss der AFDD ausgeschaltet sein (DIN EN 61439-3)
  • > 500 V muss der AFDD abgeklemmt werden (DIN EN 61439-2)

Isolationsprüfung beim E-Check

Ist es aus praktischen Gründen nicht sinnvoll, elektrische Betriebsmittel abzuklemmen, kann die Messgleichspannung für den Stromkreis auf 250 V herabgesetzt werden. Der Isolationswiderstand muss aber mindestens 1MΩ betragen (gemäß DIN VDE 0100-600).

Schleifenimpedanz-Messung

Wird eine Schleifenimpedanz-Messung nach DIN VDE 0100-600 an einem Abgangsstromkreis mit AFDD durchgeführt, darf der hervorgerufene Differenzstrom 300 mA nicht überschreiten.

Selbsttest ersetzt die Funktionsprüfung

Im Gegensatz zum FI-Schalter ist bei unserem neuen Brandschutzschalter keine Funktionsprüfung nötig. Der integrierte Mikroprozessor führt in regelmäßigen Abständen einen Selbsttest durch – wie in der Produktnorm vorgesehen.

Brandschutzschalter AFDD
Weitere Informationen

Hager-Tipp 40
AFDD Brandschutzschalter (16DE0331)
PDF, 1009 KB

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