Lernen wie ein Profi

Müde, planlos, unorganisiert?

Mit unseren Tipps für einen entspannten und produktiven Lernalltag ist damit Schluss. Ab jetzt gehen Sie frisch ans Werk!

Unterbewusst mitlernen

Geheimtipp oder nicht: Das Buch unter dem Kopfkissen und Lernstoff, der über Nacht aus dem Buch direkt in den Kopf wandert? Das ist und bleibt natürlich Wunschdenken. Aber kurz vor dem Einschlafen sind Sie besonders merkfähig: Vieles wird beim Schlafen im Unterbewusstsein „verdaut“ und setzt sich so fest. Deshalb kann es sich lohnen, vor dem Zubettgehen mithilfe Ihrer Notizen nochmals kurz Ihr Tagespensum durchzugehen.

Zum Mitschreiben

Auch ein gut trainiertes Gedächtnis (siehe Thema „Volle Konzentration“) kann sich nicht alles merken.

Schreiben Sie im Unterricht mit, dann begreifen Sie das Gehörte besser und können später noch einmal alles durchgehen. Es gibt drei Regeln, wie Sie besonders schnell und effizient mitschreiben:

  • notieren Sie alles kurz, wenn möglich als Stichworte
  • ordnen Sie anschließend Ihre Notizen in übersichtlicher Systematik
  • markieren Sie sich Wichtiges

Mit Köpfchen pauken

Ziele richtig setzen und den Stoff besser behalten

Sie stürzen sich gern kopflos in die Arbeit? Das führt allerdings dazu, dass Sie den Überblick verlieren – und schlimmstenfalls in Panik geraten. Teilen Sie sich deshalb Ihren Stoff und die Zeit genau ein. Berücksichtigen Sie immer den Gesamtzusammenhang und Ihre persönliche Arbeitsgeschwindigkeit. Und setzen Sie sich realistische Ziele, die Sie auch erreichen können.

Lernerfolge im Team

Fragen Sie sich im Kreis Ihrer Mitschüler gegenseitig ab. Festigen Sie Ihr Wissen durch Wiederholung und entdecken Sie bisher unbekannte Wissenslücken. Außerdem macht das gemeinsame Vervollständigen viel mehr Spaß!

Es zu Papier bringen

Viel im Kopf? Sparen Sie sich Ihren „freien Speicherplatz“ möglichst für Lernstoff von Bedeutung. Alles andere kommt auf Notizzettel. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie wirklich alles notieren, was Ihnen einfällt – auch die kleinen Dinge. Was Sie erledigt haben, streichen Sie einfach durch. Sie werden sehen: Diese Vorgehensweise steigert Ihre Wahrnehmung!

Noch ein Tipp: Legen Sie für jeden Tag einen neuen Notizzettel an. Und die unerledigten Dinge übertragen Sie jeweils auf den aktuellen Zettel.

Leistungsdruck?

Sich unter Druck setzen? Sicher denken Sie, dass wir Ihnen davon abraten. Das Gegenteil ist der Fall: Es ist wie bei einem Motor – nur unter Volllast wird die gesamte Power abgerufen.

Wer etwas leisten will, braucht Druck. Ohne wäre weder die Antarktis entdeckt worden, noch wäre der Mensch zum Mond geflogen.

Also, machen Sie sich Druck – und erzeugen Sie Leistung. Aber: Achten Sie darauf, sich nur Zeit- und Leistungsziele zu setzen, die Sie auch einhalten können. Denn sonst entsteht unnötiger Stress und nicht der zuvor angesprochene vernünftige, arbeitsfördernde Leistungsdruck.

Tatkräftig üben

Das Zauberwort lautet: aktiv Lernen. Das bedeutet, den mündlichen Stoff sofort zu begreifen – und wenn möglich schon im Zusammenhang.

Mit anderen Worten: Mitdenken sorgt dafür, dass nicht nur die Ohren, sondern auch der Verstand offen für Neues ist. Nur etwas mitnotieren und das Begreifen auf später zu verschieben, bringt meistens nichts.

Fragensteller lernen besser. Etwas nicht verstanden? Melden Sie sich und beteiligen Sie sich aktiv am Unterricht. Denn: Wer aufmerksam dem Unterricht folgt und mitmacht, bekommt mehr mit. Und Sie bekommen so manche Frage gleich automatisch mitbeantwortet.


Deshalb: Überwinden Sie Ihre Schüchternheit, denn dumme Fragen gibt es bekanntlich nicht. Außerdem fällt es Ihnen leichter, sich zu konzentrieren und aktiv zuzuhören, wenn Sie sich mit Wortbeiträgen am Unterricht beteiligen.

Optimaler Lernrhythmus

Anstrengender Stoff? Sich beim Lernen abquälen? Überfordern Sie sich nicht, indem Sie ein Thema „am Stück durchziehen“ wollen.

Was hilft ist, maximal anderthalb Stunden zu lernen, zwischendurch eine Pause zu machen und dann ein ganz anderes Fach vorzunehmen. Das nennt sich Belastungswechsel.

Hätten Sie’s gewusst? Am einfachsten ist es, wenn Sie immer mit dem Schwierigsten beginnen. Quälen Sie sich aber nicht, indem Sie nach einer Übung die nächstschwierige Aufgabe vornehmen! Gönnen Sie sich stattdessen eine leichtere oder erfreulichere Arbeit, bevor Sie zum nächstschwierigen Thema zurückkehren.

Nicht immer nur den Takt wechseln. Wechseln Sie zwischen Phasen des Einprägens und aktiven Lösens von Aufgaben. So bleiben Sie länger frisch. Aber Vorsicht: Auch dieses Verfahren kann man übertreiben - mit dem Resultat, dass man schließlich alles durcheinander bringt.

Volle Konzentration

Lernen verlangt ungeteilte Aufmerksamkeit. Funktioniert Lernen mit 50 Prozent Konzentration? Nein, denn wenn Sie sich nur „halb“ konzentrieren, verdoppelt sich die Lernzeit. Die eigentliche Anstrengung bei der geistigen Arbeit ist die ständige Konzentration - nicht das Vermeiden von Vergessen.

Deshalb wird anhaltende Konzentration auch von vielen Menschen als unangenehm empfunden und gemieden. Dabei wächst gerade mit zunehmender Konzentration die Freude an der Arbeit. Bedenken Sie aber, dass absolute Konzentration nie über längere Zeit möglich ist.

Zum Vergleich: Ähnlich wie beim Atmen kommt es auf den ständigen Wechsel an. Ausatmen ist genauso wichtig wie Einatmen. Wenn Sie sich auf den Lernstoff konzentrieren (Einatmen), behalten Sie das Gelernte nur, wenn sich der Stoff in Entspannungszeiten setzen kann (Ausatmen).

Damit sich der Stoff also nicht nur setzt, sondern auch festsetzt, wiederholen Sie diesen Vorgang mehrmals (wie beim Durchatmen).

Lern-Typ bekannt?

Nutzen Sie die Art des Lernens, die Ihnen am meisten liegt. Wenn es mit dem Lernen mal nicht richtig läuft, dann liegt das vielleicht daran, dass Ihr Lernverhalten nicht zu Ihrem Lern-Typ passt. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen dem visuellen, dem akustischen und dem motorischen Lern-Typ.

Die meisten Azubis gehören zum visuellen Lern-Typ. Dieser behält Dinge am besten, wenn er sie sieht. Akustische Lern-Typen lernen eher Gehörtes. Die Ausnahme ist der motorische Typ. Dieser lernt am besten, wenn das Einprägen des Stoffes mit einer Bewegung verbunden wird.

Und welcher Typ sind Sie? Finden Sie es heraus und nutzen Sie bewusst die Lernform, die Ihnen am meisten liegt, anstatt gegen Ihr Naturell anzugehen. Oder kombinieren Sie diese mit anderen Aufnahmeformen, die Ihnen beim Lernen helfen.

Energiereserven anzapfen

Lernen im Dauerzustand kann müde machen. Und im Laufe einer langanhaltenden Lernphase verliert jeder irgendwann mal die Lust. Aber es gibt ja noch die Energiereserve.

Müdigkeit, Lustlosigkeit machen sich breit. Jetzt heißt es: Bloß nicht aufgeben! In jedem Menschen schlummern Energiereserven, die erst geweckt werden, wenn der tote Punkt erreicht und überwunden wird.

Diese Anstrengung lohnt sich. Es ist erstaunlich, denn ähnlich wie beim Marathon erfüllt diese Selbstüberwindung Sie im Nachhinein meist mit einem befriedigenden Gefühl der Stärke. Und dieses Hochgefühl lässt die verbleibende Arbeit leichter erscheinen.

Zeit zu üben

Es gibt den Spruch „Steter Tropfen höhlt den Stein.“ Wichtig ist, dass Sie wirkungsvoll wiederholen. Dabei spielt der Zeitpunkt für Ihr Pensum eine große Rolle. Früh, aber nicht zu früh, lautet hier die Devise.

Am besten wiederholen Sie das Gelernte gleich am nächsten Tag, dann nach einer Woche und schließlich nach einem Monat.

In der Regel gilt:
1. Alles Neue muss langsam in den Kopf.
2. Alles Wiederholen sollte kurz und rasch geschehen – dann werden Wiederholungen auch nicht als lästig empfunden, sondern als Bestätigung des Gelernten.

Tipp: Notieren Sie sich stichwortartig, was Sie noch nicht beherrschen. Dann behalten Sie den Überblick und können sich Wissenslücken gezielt wieder vornehmen.

Überfliegen & einprägen

Klar, je komplexer ein Thema, desto anspruchsvoller ist das Lesen selbst. Ein wichtiges Fachbuch durcharbeiten erfordert Zeit. Leichter wird’s mit dem ÜFLFÜ-Prinzip (auch als die 5-Schritte-Methode bekannt).

Ü = Überfliegen Sie das Inhaltsverzeichnis und Vorwort
Verschaffen Sie sich erst einen Eindruck vom Inhalt. Danach lesen Sie den Text quer, indem Sie sich die Überschriften, Grafiken und Tabellen ansehen. Befindet sich am Ende eines Kapitels eine Zusammenfassung, lesen Sie diese immer zuerst!

F = Fragen Sie sich beim Lesen immer die sogenannten „W-Fragen“
Wer, was, wann, wie, wo und warum: StelIen Sie fest, in welchem Zusammenhang das Gelesene steht und was daran für Sie wichtig ist. Am Anfang, wenn Ihnen diese Vorgehensweise noch fremd ist, schreiben Sie sich die Fragen auf. Später brauchen Sie das nicht mehr tun, denn mit etwas Routine geht Ihnen diese Fragehaltung in Fleisch und Blut über.

L = Lesen Sie konzentriert und aufmerksam
Die Zusammenhänge im Text begreifen und die Hauptidee des Textes herausstellen - darum geht es in diesem Schritt. Markieren Sie dazu die Stellen, welche Sie beim Wiederholen mit einem Blick erfassen wollen.

F = Festhalten des Gelesenen mit eigenen Worten
Fast am Ziel: Erklärt sich das Aufgenommene wie von selbst? Wenn nicht, machen Sie es sich begreiflich! Zum einen trainieren Sie damit Ihr Gedächtnis und prägen sich Zusammenhänge ein, solange sie noch frisch sind. Zum anderen merken Sie so eher, wenn Sie etwas nicht verstanden haben. Machen Sie sich dazu mit Bleistift kleine Notizen auf dem Buchrand. Formulieren Sie dabei komplexe Zusammenhänge in kurze Begriffe, die Sie sich gut merken können. Dann haben Sie beim Wiederholen direkt mehr Anhaltspunkte.

Ü = Überprüfen Sie sich
Jetzt gilt es: Rekapitulieren Sie alles. Am Ende eines Buches – oder Artikels – können Sie anhand Ihrer eigenen Notizen nachprüfen, inwieweit Sie den Text erfasst haben. Und, haben Sie schon alles drauf?

Zeitkiller erkennen

Seit Einstein wissen wir: Zeit ist relativ. Teilen Sie Ihre Zeit doch mal auf die clevere Art ein:

1. Stellen Sie sich öfter mal die Frage „Wie nutze ich diesen Augenblick am besten?“ Wenn Sie darauf keine Antwort wissen, dann schauen Sie einfach auf Ihren täglichen Notizzettel (siehe Thema „Es zu Papier bringen“).

2. Planen Sie Ihre Zeit nach dem Mittagessen bewusst! Denn dann folgt ein Tiefpunkt im Leistungsvermögen und Sie neigen eher dazu, sinnlos herumzutrödeln.

3. Sie haben sich entschlossen, an Ihrem lernfreien Tag nichts zu tun? Dann ziehen Sie das auch wirklich durch. Schließlich frischen Sie nur so Ihre Kräfte wieder auf.

4. Stehen Sie nicht still, sondern gehen Sie weiter! Tun Sie alles, was Sie sich vorgenommen haben, zügig. Dann haben Sie sich auf jeden Fall die Pause danach verdient!

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