VDE-Grundlagen

„Regeln der Technik“

Erhalten Sie einen Überblick über die Gefahren im Umgang mit elektrischem Strom, den VDE Bestimmungen und die rechtliche Konsequenzen.

Der VDE ist einer der großen technisch-wissenschaftlichen Verbände Europas. Er beschäftigt sich mit der Sicherheit in der Elektrotechnik, erarbeitet anerkannte „Regeln der Technik“ als nationale und internationale Normen und prüft und zertifiziert Geräte und Systeme.

Gefahren im Umgang mit elektrischem Strom

Es gibt alarmierende Entwicklungen in Hinblick auf Arbeitsunfälle im Elektrobereich. Zwar ging die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle im Bereich der gewerblichen Berufsgenossenschaften in den letzten Jahren immer mehr zurück, doch gilt dies nicht bei Stromunfällen.

Stromunfälle haben zudem oft schwere Verletzungen zur Folge. Deutlich höher (etwa 15fach) ist bei den Stromunfällen der Anteil von Unfällen mit tödlichem Ausgang. Lebensgefahr besteht nicht nur in Hochspannungsanlagen. Im Zuständigkeitsbereich der BG Elektro Textil Feinmechanik waren mehr als die Hälfte der tödlichen Stromunfälle im Niederspannungsbereich (< 1000 V) zu verzeichnen.

Häufig ereignen sich Stromunfälle im Niederspannungsbereich mit den Spannungswerten 230 bzw. 400 Volt, mit denen im Haushalt, im Gewerbe und in der Industrie umgegangen wird. Maßgeblich für einen Stromunfall ist, dass der menschliche Körper in einen Stromkreis einbezogen wird.

VDE-Bestimmungen

Für die Erarbeitung von Normen und Sicherheitsbestimmungen im Bereich der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik ist in Deutschland die vom VDE getragene Deutsche Kommission Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik im DIN und VDE (DKE) zuständig. Die DKE ist ein Organ des Deutschen Instituts für Normung (DIN) und des VDE. Normen der Elektrotechnik werden als VDE-Bestimmung gekennzeichnet.

Die wichtigsten VDE-Bestimmungen für die Sicherheit in der Elektrotechnik beziehen sich auf:

  • gefährliche Ströme
  • gefährliche Spannungen
  • die fünf Sicherheitsregeln

Die VDE-Bestimmungen bilden einen Maßstab für einwandfreies technisches Verhalten. Die Anwendung der VDE-Bestimmungen ist grundsätzlich freiwillig! Jeder handelt insoweit auf eigene Gefahr. Bei sicherheitstechnischen Festlegungen in DIN- bzw. DIN-VDE-Normen besteht juristisch eine sog. tatsächliche Rechtsvermutung dafür, dass sie fachgerecht im Sinne der „anerkannten Regeln der Technik“ sind.
Werden Sie nicht eingehalten, kann dies rechtliche Konsequenzen haben.

VDE und UVV

Bei den Tätigkeiten einer Elektrofachkraft oder einer elektrotechnisch unterwiesenen Person ist das Risiko eines tödlichen Unfalls durch Stromeinwirkung um ein Vielfaches höher als bei nicht elektrotechnischen Arbeiten.

Rechtliche Konsequenzen

Selbstverständlich sind Gesetze, Verordnungen und Sicherheitsregeln für jede Elektrofachkraft verbindlich. Bei Verstößen drohen rechtliche Konsequenzen wie:

  • Bußgelder bei Verstößen gegen die Landesbauordnung, die Gewerbeordnung und die Unfallverhütungsvorschriften
  • strafrechtliche Verfahren bei Verstößen gegen das Strafgesetzbuch (StGB), z. B. fahrlässige Tötung (Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren), fahrlässige Körperverletzung (Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren), fahrlässige Brandstiftung (Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren), Baugefährdung (Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren)
  • zivilrechtliche Verfahren (z. B. Schadensersatzsprüche)

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