Der SLS-Schalter

Selektiver Hauptleitungsschutzschalter

Die Sicherung im Hausanschlusskasten ist in der Lage, Strome ein- und abzuschalten sowie zu führen.

Der selektive Hauptleitungsschutzschalter (SLS) ist ein strombegrenzendes mechanisches Schaltgerät ohne aktive elektronische Bauelemente. Es ist in der Lage, unter betriebsmäßigen Bedingungen Ströme einzuschalten, zu führen und abzuschalten.
Er muss besonderen Selektivitätsanforderungen zu vor- und nachgeschalteten Überstromschutzeinrichtungen genügen.

In modernen Anlagen der Hausinstallation werden heute für den Überstrom- und Kurzschlussschutz in Endstromkreisen ausschließlich Leitungsschutzschalter anstatt der früher üblichen Schraubsicherungen eingesetzt. Seit einigen Jahren halten auch im Bereich der Zählervorsicherungen selektive Hauptleitungsschutzschalter (SLS) Einzug.

Damit kann auch die Anforderung aus der TAB 2007 unkompliziert erfüllt werden, dass grundsätzlich Selektivität zwischen den Überstromschutzeinrichtungen in der Kundenanlage, im Hauptstromversorgungssystem und den Hausanschlusssicherungen besteht.
Für den Kunden ergeben sich daraus im Fehlerfall einige Vorteile. Bei einem nicht dauerhaft anstehenden Fehler kann er den SLS eigenhändig wieder einschalten. Die vorher gebräuchlichen Sicherungen im Hausanschlusskasten konnte der Laie nicht selbst austauschen. Das musste der Kunde vom Netzbetreiber oder von einer beauftragten Elektrofachkraft gegen Bezahlung vornehmen lassen.

Im netzseitigen Anschlussraum (NAR) des Zählerplatzes ist vor jedem Zähler eine selektive Überstromschutzeinrichtung als Trennvorrichtung für die Kundenanlage vorzusehen. Diese Einrichtung muss laienbedienbar sowie sperr- und plombierbar sein. Zusätzlich sind nachfolgende Funktionen in der VDE-AR-N 4101 zwingend vorgeschrieben:
Freischalteinrichtung für die Mess- und Steuereinrichtungen;
zentrale Überstromschutzeinrichtung für die Messeinrichtungen und für die Kundenanlage;
Trennvorrichtung für die Inbetriebsetzung der Kundenanlage.

Um die Selektivität in Anlagen zu gewährleisten, die in der TAB vorgesehen ist, müssen vorgeschaltete Überstromschutzeinrichtungen zeitlich verzögert auslösen.

Die clevere Lösung auch für TT-Netze

Bei den Selektiven LS 1-polig+N und 3-polig+N für TT-Netze muss zum Ein- oder Ausschalten der einzelnen Pole erst der Neutralleiter ein- oder ausgeschaltet werden.
Das Funktionsprinzip:
Beim Abschalten des Neutralleiters werden alle Phasen automatisch mit abgeschaltet.
Umgekehrt gilt: Das Einschalten der Phasen funktioniert nur, wenn zunächst der Neutralleiter eingeschaltet worden ist.

Das Auslöseverhalten

Selektive Hauptleitungsschutzschalter mit der Charakteristik E lösen allerdings gegenüber
Leitungsschutzschaltern zeitlich verzögert aus. Schauen Sie sich einmal den Auslöseablauf bei Kurzschluss dieses selektiven Schutzschalters in animierten Bildern genauer an. Das Auslöseverhalten eines LS Typ B und eines SLS Typ E können Sie folgender Tabelle entnehmen:

Auslösecharakteristik therm. Auslöser Auslösezeit elektrom. Auslöser Auslösezeit
  kleiner Prüfstrom großer Prüfstrom   halten auslösen  
LS Typ B 1,13 x ln 1,45 x ln > 1h

< 1h
3 x ln 5 x ln > 0,1s

< 0,1s
SLS Typ E 1,05 x ln 1,2 x ln > 1h

< 1h
5 x ln 10 x ln > 0,1s

< 0,1s

Web Based Training zur Arbeitsweise des SLS

Das Web Based Training verdeutlicht, wie der SLS im ungestörten Betrieb arbeitet (Handbetrieb) und wie der SLS arbeitet, wenn ein Kurzschluss auftritt.

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