Rauchwarnmelder

Auf einen Blick

Erfahren Sie alles über die Funktionsweise und die Anwendungsbereiche eines Rauchwarnmelders.

Feuer zählt zu den heimtückischsten Gefahren in den eigenen vier Wänden. Bereits drei Atemzüge hochgiftigen Brandrauchs können zum Tod durch Rauchvergiftung führen. Erfahren Sie hier Wissenswertes über die Rauchwarnmelderpflicht sowie zu unseren Rauchwarnmeldern, Wärmewarnmeldern und funkvernetzten Lösungen.

Wie funktioniert der Streulicht-Rauchwarnmelder?

Beim Streulicht-Rauchwarnmelder sind üblicherweise eine Lichtquelle und ein Fotoelement so angeordnet, dass das Licht das Fotoelement im Normalfall nicht erreichen kann (saubere Luft reflektiert kein Licht).
Dringt hingegen Rauch in die Rauchkammer ein, werden die Lichtstrahlen von den in der Luft schwebenden Teilchen reflektiert und gestreut, so dass sie auf das Fotoelement treffen und dort einen Strom erzeugen. Dringt also Rauch in die Rauchkammer ein, erfolgt eine akustische (85 db/3 m) sowie optische (rote Warnleuchte) Alarmierung.

Die Animation zeigt, wie der Streulicht-Rauchwarnmelder mit PGSA-Technologie funktioniert.

Wärmewarnmelder

Wärmewarnmelder eignen sich zum Einsatz in Küchen, Bädern, Garagen oder Dachböden, in denen konventionelle Rauchwarnmelder auf Grund von Wasserdampf- oder Staubentwicklung zu häufigen Fehlalarmen neigen und deshalb nicht verwendet werden können.

Funktionsweise Wärmewarnmelder

Wärmewarnmelder arbeiten nach dem Temperaturanstiegsprinzip: Steigt die Raumtemperatur ungewöhnlich schnell an oder erreicht den Schwellenwert von 54 °C, wird ein Alarm ausgelöst.

Wärmewarnmelder verfügen über eine verzögerte Auslösung im Vergleich zu Rauchwarnmeldern, sind dafür aber unempfindlicher gegen Störeinflüsse wie Wasserdampf oder Staub. Wärmewarnmelder von Hager können problemlos mit Hager Rauchwarnmeldern vernetzt werden und bieten so noch mehr Sicherheit im ganzen Haus.

Die Animation zeigt die Funktionsweise und die Auslösezeit eines Wärmewarnmelders.

Draht- und Funkvernetzung von Rauch- und Wärmewarnmeldern

Ob Sie Rauchwarnmelder solitär, drahtgebunden oder im Funknetzwerk betreiben, hängt nicht zuletzt von der Gebäudestruktur und dem Installationsaufwand ab.

Drahtvernetzung

Um ein lückenloses Sicherheitsnetz aufzubauen, können Rauch- und Wärmewarnmelder von Hager mit bis zu 40 baugleichen Geräten drahtvernetzt werden. Diese kostengünstigere Variante eignet sich für den Neubau. Für die Vernetzung der Komfort-Rauchwarnmelder ist eine separate Leitung (1,5 mm², max. Länge 400 m) erforderlich. Die Vernetzung von Geräten mit 6 V/9 V DC mit solchen mit 230 V AC (Standardrauchwarnmelder) ist nicht möglich.

Funkvernetzung

Funk-Rauch- und -Wärmewarnmelder sind bei Nachrüstung zu empfehlen. Sie sind mit Batterie- und Netzbetrieb erhältlich und besitzen eine sehr große Reichweite (bis zu 30 m im Gebäude). Genutzt wird das 868-MHz-Band, welches sich durch hohe Übertragungssicherheit und geringe Störanfälligkeit auszeichnet.
Die Funkverbindung erfolgt werkzeuglos direkt am Gerät per Interlink mit der Push-Button-Funktion (quicklink).
Beim Netzwerkaufbau wird ein Gerät zentral als „Repeater“ platziert und übernimmt die Verstärkerposition. Je nach baulichen Gegebenheiten können bis zu 256 Geräte in eine Funklinie integriert werden. Zusätzlich ist es auch möglich, Wärmewarnmelder per Funk in einen Netzverbund aufzunehmen.

Hybride Anwendung

Hierbei werden drahtgebundene und funkvernetzte Installationen gemischt. Dabei ist es z. B. leicht möglich, Stockwerke zu überbrücken.

Installationshinweise Rauch- und Wärmewarnmelder

Grundsätzlich hat ein Rauch- und Wärmewarnmelder einen Abdeckbereich von 50 m² und muss folgendermaßen installiert werden:

  • vorzugsweise in der Mitte der Raumdecke (hmax = 6 m)
  • abseits von Belüftungsauslässen
  • mindestens 50 cm entfernt von Hindernissen (Trennwände, Mauer, Balken ...)
  • bei Fluren über 10 m Länge idealerweise ein Melder an beiden Enden (ein Melder überwacht maximal 7,5 m pro Seite)
  • in schmalen Fluren (< 1 m) Melder in der Mitte oder an der Wand montieren
  • bei Decken mit Deckenbalken (oder Ähnlichem), welche eine Höhe > 0,2 m aufweisen, müssen zusätzliche Melder in jedem Deckenabschnitt installiert werden

Sollte eine Deckenmontage nicht möglich sein, kann der Rauchwarnmelder unter folgenden Voraussetzungen auch an der Wand montiert werden:

  • 50 cm Abstand zur Decke vom äußeren Rand des Rauchwarnmelders
  • vorzugsweise an der längsten Wand des Raumes möglichst im mittleren Drittel montiert
  • abseits von Störquellen (Stromzähler, elektronische Vorschaltgeräte (EVG), Metallgehäuse ...)
  • Dachschrägen ≤ 20° sind wie horizontale Decken zu behandeln

Folgende Einbauorte sind zu vermeiden:

  • in unmittelbarer Nähe (Mindestabstand 50 cm) von Leuchten
  • staubige Räume
  • Räume, in denen die Temperatur unter –10 °C fallen oder über +65 °C steigen kann, da hierdurch Fehlfunktionen auftreten können
  • in einem Abstand von unter 1 m zu Heizungsauslässen, Kühlungs- oder Belüftungsöffnungen, da dadurch der Rauch verteilt werden könnte
  • in einem Abstand von mindestens 6 m zu Kaminen oder Holzöfen, deren Verbrennungsabgase einen Fehlalarm auslösen könnten
  • in Räumen, in denen Koch- oder Wasserdampf einen Fehlalarm auslösen könnte
  • Räume, in denen die Gefahr einer Feuchtigkeitskondensation besteht (Badezimmer, Waschküche ...)
  • am höchsten Punkt von (A-förmigen) Spitzbogendecken, da ein Luftpolster an dieser Stelle verhindern könnte, dass der Rauch in den Melder gelangt

Anwendungsempfehlung gemäß DIN 14676

Für den Mindestschutz installieren Sie einen Melder in möglichst zentraler Position in allen Schlafbereichen und Fluren, die als Fluchtwege dienen. Für den Optimalschutz installieren Sie Rauchwarnmelder in jedem Raum unter der Beachtung folgender Sonderfälle:
In Räumen, in denen Wasserdampf (Küche, Bad) oder eine hohe Staubbelastung (Dachboden, Garage) vorkommen, sollten Wärmewarnmelder statt Rauchwarnmelder eingesetzt werden.

Achtung: Die Landesbauordnungen (LBO), die hierfür maßgebend sind, können abweichen.

So funktioniert die Fehlerunterdrückung

Um den Vorgang der Fehlerunterdrückung besser zu verstehen, findet sich hier eine passende Animation zur Verdeutlichung. Dabei sieht man, dass zur Vermeidung eines Fehlalarms in den Rauchwarnmeldern erst ein Alarm ausgelöst wird, nachdem ein bestimmter Grenzwert über einen definierten Zeitraum überschritten wird.

Rauchwarnmelderpflicht

Die Rauchwarnmelderpflicht in Deutschland ist in den jeweiligen Landesbauordnungen (LBO) festgelegt. Die Umsetzung obliegt in der Regel dem Wohnungseigentümer oder Vermieter, zum Teil aber auch dem Mieter. Dies ist Ländersache und von Bundesland zu Bundesland anders geregelt.

Jede Nichtbefolgung kann teuer werden: Im Brandfall erlischt unter Umständen auch der Versicherungsschutz.

Das Q-Label ergänzt die Norm

Das bisherige Prüfzeichen (VDS) sagt nichts über die Qualität der Rauchwarnmelder aus. Aus diesem Grund gibt es seit Juni 2011 mit dem Q-Label ein markenunabhängiges Qualitätszeichen für Rauchwarnmelder mit erhöhter Qualitätsprüfung. Es basiert auf zusätzlichen und strengen Prüfkriterien, die die Vereinigung zur Förderung des deutschen Brandschutzes (vfdb) entwickelt und in der vfdb-Richtlinie 14-01 festgehalten hat.

Wesentliche Leistungsmerkmale des Q-Labels sind:

  • erhöhte Fertigungsstandards gemäß Industrienorm IPC, Klasse 2
  • erhöhter Korrosionsschutz durch 5-mal längeren Dauertest auf Schadstoffbelastung (Schwefeldioxid)
  • erweiterter Schutz gegen das Eindringen von Fremdkörpern in die Messkammer
  • 5-mal längerer Dauertest auf Luftfeuchtigkeit
  • 10-mal häufigerer Temperaturwechseltest bei extremeren Temperaturschwankungen
  • erhöhte Stabilität gegen äußere Einflüsse durch geprüfte Festigkeit gegen mechanische Einwirkungen gemäß Industrienorm DIN EN 54-7
  • maximale elektromagnetische Verträglichkeit
  • fest eingebaute Batterie mit mindestens 10 Jahren Lebensdauer

PGSA-Technologie

Bei No-Name-Rauchwarnmeldern wird die Auslöseempfindlichkeit mit der Zeit durch Hausstaub, Zigarettenrauch oder elektrische Impulse beeinträchtigt. Die Folgen: eine geringere Lebensdauer – oft nur 3 Jahre – und eine höhere Fehlalarmquote.

Um das zu verhindern, sind alle Rauchwarnmelder von Hager mit der innovativen PGSA-Technologie (prozessorgesteuerte Signalauswertung) ausgestattet: Hierbei passt ein integrierter Prozessor die Detektionsempfindlichkeit alle 10 Sekunden dem aktuellen Verschmutzungsgrad an. Das garantiert mindestens 10 Jahre zuverlässigen Betrieb bei minimaler Fehlalarmrate. Bei aller Sensibilität sind Hager Rauchwarnmelder aber äußerst robust: Sie trotzen Temperaturen von –10 bis +55 °C und sind so überall im Haus einsetzbar.

Zurück zu Fachwissen

Icon zurück

Weitere Infos über spannende Themen aus der Elektrotechnik.

Broschüren

Icon Broschüren

Informationsmaterial für Sie und Ihre Kunden anfordern

Seminare

Icon Seminare

Kenntnisse erweitern – Wissensvorsprung schaffen

Newsletter

Icon Newsletter

Aktuelle Informationen über Lösungen und Produkte

Icon myHager-Portal

myHager

Mit der einmaligen Registrierung bei myHager erhalten Sie Zugriff auf exklusive Web Based Trainings und Lernprojekte.

Jetzt registrieren